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29.06.01 Heute vor einem Jahr haben wir bei ihm zu Hause seine Meisterprüfung gefeiert. Die ganze Woche war er so nervös, weil er Angst vor der Prüfung hatte. Ich habe mit ihm seine
Präsentation gemacht, einmal habe ich ihn auch bei sich zu Hause besucht. Gestern vor einem Jahr hat er es dann geschafft. Er war so erleichtert. Und ich war echt stolz auf ihn, auch wenn ich keine Sekunde daran gezweifelt hatte,
daß er es nicht schafft. Dann kam also die Feier. Ich bin etwas später gekommen, und es war schon alles voll im Gange. Ich hatte ein kleines Geschenk für ihn, einen Rosenquarz Stein, ich habe lange gesucht, bis ich einen schön
geschliffenen gefunden habe. Ich weiß nicht mehr, ob er zuerst mit der Sektflasche kam oder ich ihm den Stein gab. Auf jeden Fall konnte ich seine Augen leuchten sehen, als ich ihm sagte, daß... nein so wars gar nicht. Ich habe ihn
gefragt, ob er weiß, welche Bedeutung der Rosenquarz hat. Er konnte es nicht wissen, und dennoch sagte er “ der Stein er Liebe?!” Er hat es wohl irgendwie gespürt. Er war glaube ich unheimlich glücklich an diesem Tag. Ich war dann
mindestens genauso begeiseter, als er, ganz abseits von den anderen, mit einer Flasche Sekt und 2 Gläsern zu mir kam, und wir endlich auf seine bestandene Prüfung angestoßen haben. Alles zwischen uns war ja noch geheim, aber es war
so liebevoll, so herzlich, und das schönste Gefühl das man haben kann.Als ich gefahren bin, ist er sicher noch 20 Minunte bei mir beim Auto gestanden und wollte mich nicht gehen lassen. Ich bin sooo glücklich heim gefahren.....
zu glücklich, denn nach einigen Minuten hält mich ein Polizeiauto auf, ich bin ständig 10 km/h zu schnell gefahren... ich wollte schon sagen, daß ich etwas beflügelt fahre, weil ich so sehr verliebt bin, aber ich habe die 200
Schilling gezahlt und bin genauso glücklich nach Hause gefahren. Der 5. Mai 2000 Wir waren am Nachmittag in Laxenburg, und haben uns für den Abend im HyrtlHaus in Perchtolsdorf verabredet, sein Cousin hat dort mit seiner Band
gespielt. Danch wollten wir alle gemeinsam ins Müllers fahren. Ich war mit dem Auto dort, und Gerald ist bei mir eingestiegen. Die ganze Hinfahrt wollte er mir etwas sagen. Wir standen schon am Parkplatz, als er mir sagte, wie
gerne er mich hat, daß er so gerne mit mir zusammen ist, und daß er auf eine lange Freunschaft hofft, an mehr wollte er gar nicht glauben. Ich habe ihm auch gesagt, daß er für mich etwas ganz besonders ist, aber ich habe
gespürt, daß er es mir nicht ganz glaubt. Also bin ich mit ihm zu mir nach Hause gegangen, ich weiß noch daß er ganz dringend aufs Klo mußte, und ich habe all die Briefe geholt, die ich schon an ihn geschrieben habe. ( Ich habe im
Jänner 2000 damit angefangen, alles was ich ihm gerne sagen würde aufzuschreiben, denn ich hatte ja niemanden, dem ich meine Gefühle für ihn erzählen konnte) Davor waren wir noch tanken, ich habe mir die Rechnung von damals
aufgehoben, und uns hat 2x ein Mader durch die Windschutzscheibe angesehen. Ich weiß nicht mehr genau wie ich es angestellt habe, aber ich habe ihm meinen Lieblingsplatz gezeigt. Er liegt bei meiner Schule, hinter der Burg, und
man hat einen wundervollen Blick auf Wien. Dort hat er mich zum ersten Mal geküßt. Ich weiß noch genau die Stelle, immer wieder fahre ich hinauf, und denke an ihn, an diesen wundervollen Tag. Ich wollte ihn dann nach Hause
bringen, und kurz vor seinem Haus sagte er ich soll ein Stück weiter fahren, er will mir auch etwas zeigen. Auch er hatte s e i n e n Platz, man sah einen schönen Teil von Breitenfurt, eine kleine Bank unter einen großen Baum. Es
war kalt, ich hab die Decke vom Auto mitgenommen. Wir haben uns darin eingewickelt und ich war so unendlich glücklich. Es war ein wirklich besonderer Abend, ein Jahr später habe ich ihn mit einer Flasche Sekt und ein paar Zeilen
auf meinem Platz überrascht. Ich bin froh, daß ich das, 11 Tage vor seinem Tod, noch gemacht habe. 3.10.01 Ist schon verdammt lange her, aber ich hab so wenig Zeit für mich selber... jetzt kurz
vor Mitternacht, hab ich etwas Ruhe: heute in der Dusche, mußte ich an unseren ersten Kinobesuch denken. Wir waren zu 5, ich hatte meine Freundin mit und er den schippi und den Helmut. Ich war richtig nervös. Er ist natürlich
neben mir gesessen, Schippi und Helmut hinter uns. Es war ein richtig blöder Film, eine dumme Komödie. Die zwei hinter uns haben dauernd gelacht, und ich hab mich so wohl gefühlt. Ständig habe ich mich bemüht ihm zu gefallen. Ich
weiß noch dass ich ihn so gernen berührt hätte. ich weiss nicht mehr wie viel später, aber wir warn dann bald alleine im Kino. Nur wir zwei, “the beach”. Bei jeder Kuss-Szene war es so schwer einfach nur da zu sitzen. Ich würde
ihn so gerne fragen was er empfunden hat. Aber das kann ich nicht, jetzt noch nicht. Wir haben uns regelmäßig am Mittwoch abend getroffen. Das erste mal waren noch ein paar seiner Freunde dabei, dann trafen wir uns nur noch
alleine. Wir haben uns sehr sehr viele SMS geschickt. Es war ein so wundervolles Gefühl, nach einem Treffen, schon zu Hause im Bett, noch einen SMS zu bekommen, dass es wunderschön war, dass er sich aufs nächste Mal freut... und
eines Abends kam dann eine SMS dass er mich so gerne küssen würde. Wir sind oft bis zur Sperrstunde im Lokal gesessen. Wir hatten immer so viel zu reden. Ich fand es so einzigartig, wie wir uns verstandne haben. Wir haben
stundenlang nur gesessen und geredet. Mir kommt das wie in einem schönen romantischen Film vor, wo es mitten drinnen einen mit Musik hinterlegten zusammenschnitt von wundervollen Momenten gibt. Ich sehen viele Momente mit Gerald
auch in so einem Filmstück. Schöne Musik, und all die traumhaften Szenen von uns beiden. Wie wir miteinander reden, wie wir mitendander lachen, wie wir spazieren gehen, wie wir uns ansehen, wie ich ihn ansehen, wenn er es nicht
merkt, wie er mich vorsichtig berührt, wie wir zusammen essen..... je mehr ich schreibe umso intensiver und schmerzhafter wird es. Er fehlt mir so!! 16.12.01 Ich war heute bei mir in der neuen Wohnung und hab ein bißchen
herumgewerkt. Danach haben wir uns noch bei Freunden getroffen, die auch ausziehen. Es ist sehr schwer für mich zu sehen, dass die beiden gemeinsam ausziehen können. Ich kann mich an einen Abend erinnern, wo ich Babysitten war
und dann zu Gerald nachgefahren bin. Sie waren alle im Müllers, und waren schon sehr gut aufgelegt. Ich hatte mich nicht so sehr auf den Abend gefreut, denn es gab ein paar sinnlose Streiterein unter denen ich immer ziemlich
gelitten habe. Aber Gerald, der das natürlich alles wußte und verstand, hat den ganzen Abend mit mir gemeinsam zusammengessesen und von seiner Wohnung geredet. Es war so die zeit wo es um die Entscheidung ging, ober er unten bei
seinen Eltern umbauen sollte oder nicht. Ich habe mich an diesem Abend noch mehr in ihn verliebt. Er hatte mich um Rat gefragt, er wollte nichts tun was mir nicht gefällt. Er wollte dass auch ich damit einverstanden bin. Er war so
lieb!!!!! Ich habe mich gefreut für ihn, ich war begeistert von der Idee, ich habe mich schon dort wohnen gesehen. Ich war mir aber auch sicher, dass ich nicht gleich bei ihm einziehen wollte. Ich wollte noch nicht weg von daheim,
ich hatte kein Auto, aber ich habe mich so unheimlich auf sein neues Zuhause gefreut. An diesem Abend haben wir das erste Mal über unsere längerfristige Zukunft gesprochen. Wenn ich so darüber nachdenke, hat uns dieser Abend noch
enger zusammen geschweißt. Irgendwie hatten wir beide mehr Sicherheit in der Beziehung. All die darauffolgenden Wochen waren gefüllt mit Gesprächen von Einrichtungen, Plänen, Küchen, Leitungen... ich wollte immer alles genau
wissen. Und ich war so unheimlich stolz, dass er so viel wußte. Wir waren oft vorm Kino in der Badoase und haben uns jede Badewanne angesehen. Hauptsache groß und mit Whirlpool. Gerald wollte das unbedingt haben. Wir wollten dann
gemeinsam da drinnen sitzen, Blubber Wasser um uns herum und jeder mit einem Sekt in der Hand.... ja, also an schönen Vorstellungen hat es uns nie gefehlt. Ich hab das so gerne gemacht über die Zukunft zu reden. Was alles sein wird
und was wir alles machen werden. Vielleicht haben wir das so oft gemacht, weil wir es jetzt nicht erleben können. Ich habe ein sehr schönes Leben. Meine Eltern, Geralds Familie, Freunde, Familie... ich bin umgeben von
wunderbaren Menschen. ich habe einer super Wohung, ein tolles Auto, die Uni läuft auch so halbwegs.... ich glaube fest daran, dass der Gerald vieles davon beeinflussen kann. Ich freue mich auf meine Wohnung, auf die Ruhe,
vielleicht finde ich wieder mehr zu mir. Aber es ist immer ein Schatten bei mir, der mir weh tut, der mich beängstig, der mich traurig macht. Aber ich schaffe das schon. Das Schreiben hat mir wieder sehr gut getan, ich bin etwas
befreiter. Danke fürs Lesen 27.12.01 Heute vor einem Jahr, da haben wir das erste Mal miteinander getanz. Wir waren in einer Skihütte, und haben uns so gut unterhalten. Er hat mir versucht zu erklären was er beruflich macht.
Es hat mich so richtig interessiert und ich konnte sehen, wie er aufblüht, wenn er von “seinen” Werkzeugen und Maschinen sprechen kann. Im Laufe des Abends hat er dann gefragt, ob ich nicht tanzen möchte. Ja, aber nicht zu dem Lied
hab ich gesagt. Er ist daraufhin zum DJ gegangen und hat sich ein Lied gewunschen. Er wollte mir nicht verraten, welches er sich gewünscht hat, ich werde es schon sehen hat er gemeint. Dann kam ein Lied, eines das mir damals gut
gefallen hat und wir haben es schon vorher öfters beim Skifahren gehört. Er wußte dass es mir gefällt. Er hat mich auf die Tanzfläche gezogen und gesagt dass es sein gewünschtes Lied sei. Beim Tanzen hab ich dann etwas entäuscht
gefragt, was an dem Lied “schön” sein, es war nicht das was ich mir erwartet habe. Er hat mir dann ins Ohr gesagt, dass es eh nicht das Lied sei, er wollte nur schon früher mit mir Tanzen. (er war davor schon mehrmals beim DJ um zu
erfahren wann das Lied denn endlich kommt!) Ich kann jetzt gar nicht mehr sagen, wie alles genau verlaufen ist, aber wir hatten dann endlich unseren Tanz zu unserem Lied. Die nächste Zeit habe ich oft von ihm und unseren
Abenden geträumt. Ich glaube das war so richtig der Moment, an dem wir uns ineinander verliebt haben... ohne es zugeben zu wollen! |